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Markovanalyse

Trotz ihrer eindeutigen Vorteile ist die Markovmethode in der westlichen Welt weniger verbreitet als die in Konkurrenz stehende Fehlerbaumanalyse und das Zuverlässigkeits-Blockdiagramm.

Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass die Markovmethode etwas mehr Abstraktion erfordert. Rein mathematisch gesehen sind die Anforderungen bei Markov allerdings nicht höher, sondern eher geringer.

Das Abstraktionsproblem besteht darin, dass man Systemzustände und keine Systemkomponenten betrachtet.
In Markovdiagrammen verbirgt sich hinter jedem Zustandssymbol immer das gesamte System, allerdings in einem spezifischen Zustand.

Das rechte Beispiel mit dem zweistrahligen Flugzeug verdeutlicht dies auf anschauliche Weise.
Jeder Markovblock repräsentiert einen spezifischen Systemzustand, der möglichst genau formuliert sein sollte (Blockbeschriftung).
Die quantitative Information liegt in den Verbindungspfeilen; diese repräsentieren nämlich die Übergangsraten zwischen den Zuständen (in dem Beispiel sind alle Werte als Raten pro Stunde aufzufassen).

Dieses Beispiel zeigt recht anschaulich die Vorteile der Markovmethode, und es lohnt sich durchaus, dieses Beispiel etwas ausführlicher zu erklären:
Markov Zweistrahliges Flugzeug

An diesem  Beispiel erkennt man gut, dass die Gesamtsituation vollständig beschreibbar ist, im Gegensatz zum Zuverlässigkeits-Blockdiagramm und zur Fehlerbaumanalyse (Andere Methoden kommen ohnehin nicht in Frage), im speziellen:
Die Markovmethode eignet sich besonders dann, wenn das Systemverhalten nicht ausschliesslich durch das unabhängige Verhalten der Systemkomponenten beschrieben werden kann.

Probleme mit Markov
Diese Punkte führen dazu, dass die Markovmethode nur dann angewendet wird, wenn sich andere Methoden nicht eignen.

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